Peter & Alexander

Eines Tages hörte ich eine außergewöhnliche Stimme. Sie stammte von einem Menschen, der ein Lied in einem großen Saal sang und zwar mit solch einer inneren Kraft und Herzlichkeit, dass ich den Drang verspürte, mehr über diesen Menschen und seine Lieder zu erfahren.

Was macht man also in heutiger Zeit in so einem Falle zuerst?

Richtig! Man schaut einfach in die Bucht (=ebay ;-) rein, ob dort jemand eine CD zu versteigern hat.

Die Suche brachte genau einen Treffer:

Und zwar diese CD...

...die ich dann auch nach kurzer Zeit mein Eigen nennen konnte, da ich (selbstverständlich) der Höchstbietende war.


Und als ich das gute Stück dann in den Händen hielt, mußte ich natürlich sofort alle Songs anhören und anfangen zu üben. Ich wollte ja schließlich vorbereitet sein, wenn ich den Sänger das nächste Mal treffe ;-)

Ein weiser Mensch hat mal gesagt, das Leben sei wie ein Fluß, man muß eigentlich selber gar nicht viel tun, da es einen ohnehin dorthin bringt, wo man hinsoll, bzw. kommt alles zu seiner Zeit von selbst in unser Leben. Und in der Tat, ein Jahr später sollte dies dann auch geschehen:

Eines Tages lag unerwartet im Postkasten ein Probeexemplar der Zeitschrift "Visionen".

Und darin stand folgender Artikel:

Hört sich doch gut an - nicht wahr? Also fuhr ich hin...

Da saßen wir also, eine Gruppe junger Leute aus den verschiedensten Teilen Deutschlands und warteten auf Peter Makena und seine Frau Aneeta. Beim Eintreffen schienen die beiden etwas enttäuscht von der "geringen Beteiligung" des Workshops. Peter meinte dann, dass er für gewöhnlich größere Gruppen unterrichte und nicht wisse, ob seine Unterrichtsmethode für eine so kleine Gruppe geeignet wäre.

Ich war etwas erstaunt, denn wir waren doch immerhin sechs Leute und ich dachte, das sei eine ideale Größe für einen intensiven Musikworkshop. Er fragte in die Runde, was wir dazu meinten und da alle Anwesenden das Risiko eingehen wollten und ich zudem glaubhaft versicherte, auch für zwei Leute singen zu können, erklärte er sich bereit, den Workshop trotz der wenigen Leute - zumindest in verkürzter Form - stattfinden zu lassen.

Schon bald war jedoch klar, dass sich hier eine besondere Gruppe zusammengefunden hatte. Nach den ersten Songs war an eine Verkürzung nicht mehr zu denken und je weiter der Kurs fortschritt, desto schwerer fiel uns der Gedanke irgendwann überhaupt wieder aufhören zu müssen.

Der Workshop, den der kalifornische Sänger Peter Makena zusammen mit seiner Frau Aneeta veranstaltete, war ein außergewöhnliches Ereignis und ein großes Geschenk, das mir zuteil wurde. Der Artikel in der Zeitschrift hatte nicht zuviel versprochen.

Darüber hinaus gab es auch außerhalb des Workshops drei sehr interessante Lektionen, welche das Leben für uns bereit hielt:


Mittagserlebnisse


Lektion 1: Sei Du der Glücksbringer und auch Du wirst glücklich sein

Am ersten Tag hatten wir uns gleich richtig ins Zeug gelegt und hungrig gesungen, als wir zur Mittagszeit beschlossen, gemeinsam essen zu gehen. Wir nahmen uns vor, einfach durch die Stadt zu gehen und ein passendes Restaurant zu suchen.

Und als wir so dahin schlenderten, überholten wir mitten unter vielen anderen Menschen ein junges Pärchen. Plötzlich ein Gemurmel und Geflüster - Peter hatte irgendwie mitbekommen, dass die junge Frau Geburtstag hatte und beschloß, dass wir sie spontan mit einem kleinen Ständchen überraschen sollten. Gesagt, getan, stimmten wir unversehens hemmungslos in aller Öffentlichkeit ein Geburtstagslied an, was vorbeigehende Passanten und vor allem das Geburtstagskind hoch erfreute. Die Frau bedankte sich bei uns allen und schien überglücklich über die unerwartete Überraschung.

So einfach kann man Menschen im Alltag also glücklich machen,

man muß einfach mit offenen Augen

(oder Ohren)

durch die Welt gehen

in der Gegenwart leben

dann können solche wunderbaren Dinge geschehen,

wenn man bereit ist, die sich im Augenblick entfaltende Gelegenheit beim Schopf zu packen,

über seinen Schatten zu springen

und einfach das zu tun, was nötig ist!




Lektion 2: Nimm an, was das Leben dir bringt, auch das, was Dir nicht gefällt

Nachdem wir einige Zeit durch die Stadt gelatscht waren, fanden wir ein Restaurant, in das wir schließlich einkehrten.

Es stellte sich heraus, dass dies nicht unsere beste Entscheidung war:

Es dauerte lange, bis sich die unfreundliche Bedienung zu uns bequemte.

Bis das Essen da war, dauerte es wieder eine halbe Ewigkeit..

Und das Essen? Na ja, einen Preis würden sie damit wohl nicht gewinnen:

Absolut fade und öde und lieblos zusammengekocht, was uns da serviert wurde!

Eigentlich ein Grund zum richtig wütend werden und auf den Tisch zu hauen!

Doch Peter meinte nur: "Schau, was da passiert, das hat alles einen Sinn und seine Richtigkeit, auch wenn wir es nicht immer verstehen!"

Und trotzdem uns dann die ohnehin schon mißgelaunte Bedienung ihre ganze Menschenfeindlichkeit zuteil werden ließ, schien Peter völlig unbeeindruckt von der unfreundlichen Behandlung, blieb im Gegensatz zu den anderen ruhig und nett und ließ sich seine gute Laune nicht verderben. Die anderen moserten und jammerten verständlicherweise herum und wir verließen kopfschüttelnd diesen ungastlichen Ort.

Im Wilden Westen wäre das ein guter Grund für eine zünftige Wirtshausschlägerei gewesen, wo zumindest das gesamte Interieur dieser jämmerlichen Kaschemme zertrümmert würde, im Mittelalter hätte man diesen miesen Schuppen vermutlich einfach auf die Grundmauern (mitsamt Personal) niedergebrannt - ein Glück für die Inhaber, dass wir in einer ungefährlicheren Zeit leben!

Ich war beeindruckt. Warum sollte man sich von einem schlechten Essen und einer mißgelaunten Bedienung auch noch die Stimmung verderben lassen? Anstatt mich zu ärgern, beschloß ich also, Peters Beispiel zu folgen und nahm das Geschehen als eine Erfahrung im Leben einfach mal an.

Auf dem Rückweg trafen wir Wolfgang, den Peter kannte und ihn sogleich einlud, mit uns zu singen. Dies war eine gute Entscheidung, denn Wolfgang sollte uns am nächsten Tag einen guten Dienst erweisen...

Wolfgang zierte sich etwas, da er fürchtete, mit unseren gesanglichen Leistungen nicht mithalten zu können,

doch Peter überzeugt ihn schließlich, das sei alles nicht so wichtig

der Workshop holt jeden ohnehin dort ab, wo er ist, genau wie Peter jeden Menschen nimmt wie er ist und jede Situation - wie gerade gezeigt - ebenso.

Den Nachmittag verbrachten wir mit gemeinsamen singen, reden und schweigen.

Es war unbeschreiblich, was sich dabei noch alles abspielte. Wie soll ich das nur erklären, ohne abgehoben zu wirken?

Am ehesten mit einem Zitat von Khalil Gibran:*

Oh Musik,

in Deine Tiefe

legen wir unsere Herzen nieder

Du hast uns gelehrt

mit unseren Augen zu sehen

und mit unseren Herzen zu hören

Mist, jetzt wirkt es doch wieder abgehoben, aber am besten selber mal probieren und dann einfach mitschweben ;-)

*Khalil Gibran, libanesischer Philosoph, Dichter und Maler - Buchtipp: DER PROPHET - unbedingt lesen!!!


Am nächsten Tag fuhren wir fort, wo wir am Vortag aufgehört hatten und sangen uns bald wieder in Hochstimmung.

Als sich die Mittagszeit näherte, beschlossen wir - der schlechten gestrigen Erfahrung zum Trotz - wieder gemeinsam Essen zu gehen.


Lektion 3: Zeigt Dir das Leben seine schönsten Seiten - genieße es!

Diesmal gingen wir aus verständlichen Gründen nicht in diese üble Spelunke von gestern.

Wolfgang kannte ein gutes Restaurant und das besuchten wir, um eine tolle Erfahrung zu machen:

Wir erlebten genau das Gegenteil von gestern:

- Es dauerte nicht lange, bis die Bedienung uns freundlich begrüßte

- Im Nu war das Essen da

- Es war ein Fest fürs Auge und schmeckte einfach hervorragend!


Perfekt - was soll man dazu noch sagen?

Vielen Dank!

Gut gelaunt und voller Tatendrang brachten wir auch noch den Rest des Tages und des Workshops zu einem guten Ende:

Gut gelaunt, wohl genährt und voller Tatendrang...

Peter in Action

9 Voices of spirit


Schließlich war der Workshop zu Ende. Wir hatten in dieser kurzen Zeit so viel gesungen und so viel erlebt, dass uns der Abschied richtig schwer fiel. Aber wir nahmen die gute Stimmung mit und gingen unsere Wege.

Zu guter Letzt fragten Peter und Aneeta nach einer Mitfahrgelegenheit, um ihr Gepäck ins Hotel bringen zu können. Das konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen und bot an, die beiden zu fahren, obwohl mein Auto gelinde gesagt etwas abelegen geparkt war...

Nicht wissend, auf was sie sich eingelassen haben, folgten sie mir ohne murren zum Parkplatz, der doch etwas weiter entfernt war, als erwartet. Kaum waren die beiden in meinem Auto, nutzte ich die Gelegenheit, um zu fotografieren:


Wer hätte das gedacht: Peter Makena mit Frau und Gitarre in meinem Auto!

Das Lustigste war jedoch: Kaum eingestiegen, waren wir nach kurzer Fahrt auch schon wieder am Ziel: Das Hotel lag näher als erwartet, ja ich glaube sogar, dass die beiden zu Fuß nicht länger zum Hotel gebraucht hätten als zu meinem Parkplatz! Aber egal, eine Fahrt in AlexanderS Spaßmobil ist auch was besonderes ;-)



Auf der Heimfahrt...

...sollte mich dieses Dauergrinsen in meinem Gesicht noch einige Weile begleiten

- kein Wunder bei diesen tollen Erlebnissen.

Und gerade als ich an einem Autobahnrastplatz dachte "was für ein Glück...",

fuhr dieses Auto mit dem Kennzeichen LU-CK*... vorbei,

schade, dass ich es so spät erwischt habe und man es auf dem Foto nicht mehr lesen kann.

*(engl. luck = dt. Glück)

Good luck!

Aber dann dachte ich mir: "So ist das halt mit dem Glück hier auf Erden: Man kann es nicht festhalten!"

(Auch kurios: Gerade wie ich die Geschichte hier mit dem Glück eintippe, fällt das Wort Glück im Hintergrund in der Glotze, die noch läuft

- immer wieder erheiternd diese "Zufälle" im Leben - geht's euch auch manchmal so? :-)

Endlich wieder zuhause!

"So schön, wie es irgendwo anders auch ist, am schönsten ist es doch Zuhause", wie mein lieber Papa immer zu sagen pflegte - wie recht er doch hatte! So gerne ich in die Ferne reise, um wie viel lieber komme ich dann wieder nach Hause!

Die gute Laune blieb mir noch eine gute Weile erhalten. "So ein toller Workshop", dachte ich bei mir und wollte mich dafür irgenwie revanchieren.

Und so entstand schließlich die CD "Peter & Alexander":

Das CD-Cover ist eine exakte Kopie des Originals, bis auf zwei kleine aber feine Unterschiede:

Ein kleiner Schmetterling, der sich rechts oben in die Lüfte erhebt und der Name unten auf der CD

Auf der CD befinden sich drei Lieder von Peter, die ich zusammen mit ihm im Duett singe


So sieht sie von innen aus:



Im Beiheft kombinierte ich Peters Texte mit einigen schönen Fotos, die ich selber geschossen habe:







Und als ich Peter und Aneeta einige Zeit später wieder traf (siehe Projekt: Der Hölllbach-Chor),

haben die beiden sich sehr über meine kleine Aufmerksamkeit gefreut.

Hier noch eine kleine Kost- bzw. Hörprobe von Peter & Alexander:


Peter Makena mit seiner Frau Aneeta




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